ARMIN LINDAUER

Armin Lindauer (Mannheim) zeigt im September seine Reihe „Gebetsteppiche“  (Arbeitstitel). In seiner konzeptuellen Arbeit reflektiert Armin Lindauer über Malerei, Abbild und Repräsentation. In Zusammenarbeit mit Eleonora Frolov, DiehlCUBE.

„Gebetsteppiche“ von Armin Lindauer (Mannheim) ist die dritte Ausstellung in diesem Jahr in der katholische St. Christophorus Gemeinde im Reuter Kiez Neukölln. Als Vorlage dienen Lindauer Abbildungen traditioneller orientalischer Teppiche. Die Motive sind vergrößert dargestellt. Die Malerei ist kraftvoll und direkt. Die Spuren des Malprozesses bleiben sichtbar. Die Oberfläche des Bildes wird auf ein Motiv hin untersucht: es geht Lindauer nicht um Abbildung sondern um Malerei: wir sehen diese als Ornament, als Topoi, als Textur.

In der moslemischen Tradition schützt der, auf dem Boden ausgebreitete Teppich während des Gebets vor Unreinheit. Gleichzeitig erzählt er Geschichten ornamental, nicht abbildendend. Geschichten von Ereignissen und Wiederholungen, von einer Welt die als Geschaffene verstanden wird, als eine Konstruktion. In diesem Sinne ist ein solcher Teppich schon vor der Moderne, zugleich Text und Bild und steht in einer anderen ikonischen Tradition als die der christlichen.

Die sechs Gemälde leicht unterschiedlicher Größe werden in den Seitenschiffen gezeigt: sie dekonstruieren das Verhältnis von Malerei, Gebet und Repräsentation im Kontext einer christlichen Kirche.

Armin Lindauer studierte in Düsseldorf, Konstanz und Berlin. An der Universität der Künste Berlin (früher HdK) ist er Meisterschüler bei Prof. Helmut Lortz. Seit 1984 hatte er sein Atelier in Berlin. Von 1984 bis 1997 nimmt er verschiedene Lehrtätigkeiten an der Universität der Künste Berlin wahr. Seit 2000 ist er Professor an der Hochschule Mannheim. Seine Arbeiten wurden regelmäßig ausgestellt, unter anderem in der Kunsthalle Nürnberg, in Berliner Galerien (Galerie Michael Schulz, Artspace POT 72), dem Abgeordnetenhaus von Berlin, dem Kunstverein Schwetzigen, sowie dem Kunstverein Mannheim. Bereits 1987 erhält er den Kunstförderpreis »Stadtzeichner von Nürnberg«. Seine angewandten Arbeiten sind in den Bereichen Plakat-, Buch- und Kataloggestaltung angesiedelt und wurden mit über vierzig nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.

www.diehl-cube.com

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